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Dokumente im Knopf des Kirchturms |
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Im Sommer 2001 waren die Arbeiten zur Sanierung des Daches des Kirchturmes der Stadtkirche soweit gediehen, dass die Wetterfahne mit der Kugel, dem sog. Kirchturmknopf, abgenommen werden konnte. Am 28. Juli 2001 kam der Hessische Rundfunk im Rahmen seiner Sendereihe „Unterwegs in Hessen“ nach Melsungen um vom Marktplatz in einer Lifesendung von der „Geheimnistour“ zu berichten. Highlight der Sendung über die Melsunger Geheimnisse sollte die Öffnung der Kugel des Kirchturmknopfes sein.
Pfarrer Dieter Runzheimer, HR1 Reporter Dirk Neurath und Kunstschmied Jochen Wünsche waren mit dem Baustellenfahrstuhl auf die oberste Arbeitsplattform am Kirchturm gefahren. Die Turmzier, Wetterfahne mit samt der Kupferkugel, war schon vorher von der Turmspitze abgenommen worden. Während der Sendung wurde die Kugel durch Jochen Wünsche geöffnet. In der Kugel fand sich eine mit Korken verschlossene Messinghülse. Da die Korken mit Siegellack abgedichtet waren, hatten die in der Hülse aufbewahrten Urkunden unbeschädigt das halbe Jahrhundert seit der letzten Öffnung unbeschädigt überstanden.
Zum letzten Male war die Kugel im Jahre 1958, geöffnet worden. Wie es von Alters her üblich ist, hatten auch damals die Stadtväter Zeitzeugen, eine Urkunde mit einer Beschreibung der Stadt und der wichtigsten politischen Ereignisse, in der Kugel aufbewahrt.
Neben der Urkunde von 1958 fanden sich noch 3 weitere Urkunden. Die älteste stammt aus dem Jahr 1771. Zwei weitere wurden im Jahre 1821 abgelegt. In der ersten Urkunde wird die Stadt im Jahre 1821 beschrieben. Die zweite Urkunde berichtet über die Situation in Melsungen zur Zeit des Königreiches Westphalen unter König Jérôme Bonaparte von 1806 bis 1813.
Kurt Maurer
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